Risiken bei der Abnahme von Werkverträgen

Ein elementarer Punkt in Werkverträgen stellt die Abnahme dar. Damit ist der Schritt gemeint, in dem der Käufer bestätigt, dass er mit dem erstellten „Werk“ zufrieden ist. Zu diesem Zeitpunkt beginnen unter anderem auch die Verjährungsfristen, außerdem wird die Zahlung autorisiert. An dieser Stelle gibt es Fettnäpfchen, in die man nicht nur schnell hereintreten kann, sondern die vor allem auch teuer werden können. Damit das nicht passiert, sollte man sich im Vorfeld folgende Fragen stellen:

Wie erfolgt die Abnahme und muss hierfür eine Frist gesetzt werden?

Die Abnahme muss in der Regel schriftlich in Form der Abnahmeerklärung festgehalten werden. Diese ist essentiell, um bei später auftretenden Widersprüchen die Abnahme rechtssicher nachweisen zu können. Darüber hinaus empfiehlt es sich, die Abnahme an eine Frist zu binden. Grund hierfür ist, dass man damit Druck erzeugen kann, dass die Abnahme erklärt wird. Ansonsten kann diese aus Käufersicht theoretisch unbegrenzt in die Länge gezogen werden. Dabei ist die Zahlungsfrist irrelevant, da die Zahlung erst mit der Abnahme fällig wird.

Beispiel hier zu: Unternehmen A und B haben einen Werkvertrag unterschrieben. A hat das Werk vollendet und B zur Abnahme und anschließenden Nutzung bereitgestellt. B erklärt allerdings die Abnahme nicht direkt und zögert diese hinaus. Nach zähen Verhandlungen und einer Nachbesserung seitens A wird die Abnahme 4 Wochen später erklärt. Die Zahlungsfrist beträgt 30 Tage. B konnte damit die Zahlung problemlos die Zahlung verzögern und damit Geld sparen. A hingegen ist seit dem ersten Tag in Vorleistung gegangen und wartet nun noch länger auf das Geld. Daher ist es wichtig, die Abnahme an eine Frist zu koppeln.

Ein weiteres Fettnäpfchen ist die Bestimmung des Zeitpunktes der Abnahme:

Soll die Abnahme in Projektabschnitten stattfinden oder soll am Ende eine Gesamtabnahme erfolgen?

Aus Perspektive des Auftraggebers ist es ein Klassiker, die Vereinbarung einer Gesamtabnahme am Ende im Vertrag festzusetzen. Die Konsequenz hieraus ist, dass die Zahlung erst am Ende des Projekts erfolgt und der Auftraggeber bis dahin in Vorleistung geht. Aus Auftragnehmersicht ist es dahingehend sinnvoll, dass gewisse Teilschritte vereinbart werden, die mit Zwischenabnahmen und Zwischenzahlungen verbunden sind. In der Fachwelt spricht man von sogenannten „Meilensteinvereinbarungen“. In Abhängigkeit der insgesamt benötigten Zeit sind mehrere dieser Meilensteine zu empfehlen.

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