Welche ADR eignet sich am besten für Ihren Vertrag

Bei Abschluss eines Vertragsverhältnisses rechnet man erstmal nicht mit Problemen. Dennoch muss man für den Fall vorbereitet sein, dass es zu einem Verstoß gegen die Vertragsbestimmungen kommt. Hier kann die Alternative Streitbeilegung (ADR) eine gute Option sein, denn sie ist in der Regel vertraulich, schneller und billiger als ein Gerichtsverfahren.  

Doch welche der zahlreichen ADRs sollten Sie in Ihren Vertrag aufnehmen?  

Die Antwort ist wie so oft: Es hängt von Ihren persönlichen Bedürfnissen und Interessen ab. Damit Sie aber einen Überblick bekommen erläutern wir Ihnen in diesem Artikel die Definitionen, sowie Vor- und Nachteile der drei gängigen ADRs: Schiedsgerichtsbarkeit, Mediation und Schlichtung erläutert.  

Das Schiedsverfahren wird oft in Fällen eingesetzt, in denen es unwahrscheinlich ist, dass das Problem durch eine reguläre Verhandlung zu lösen ist. Aber auch wenn die Beziehung zwischen den Parteien wahrscheinlich endet, nachdem der Konflikt gelöst ist, wird häufig ein Schiedsverfahren angestrebt.  

Bei einem Schiedsverfahren gibt es einen Schiedsrichter, eine unparteiische dritte Partei mit juristischem Hintergrund, die den Fall analysiert und entscheidet, welche Partei Recht bekommt. Beide Parteien sind dann an die Entscheidung des Schiedsrichters gebunden. 

 Vorteile der Schiedsgerichtsbarkeit: 

– Kosten- und zeiteffizient (billiger und schneller als ein Gerichtsverfahren) 

– Vereinfachte Regeln und Verfahren im Vergleich zu einem Gerichtsverfahren 

– Die Parteien können den Schiedsrichter wählen 

– Die Entscheidung ist zwischen den Parteien vollstreckbar 

– Findet unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt 

 

Nachteile der Schiedsgerichtsbarkeit: 

– Die Parteien nehmen nicht aktiv am Verfahren teil 

– Der Schiedsrichter analysiert und entscheidet, wer das Recht hat, daher können die 

Parteien möglicherweise die Kontrolle über die Entscheidung verlieren 

– Geringere Möglichkeit für innovative Lösungen im Vergleich zu Mediation und Schlichtung 

– Weniger flexibel als Mediation und Schlichtung 

 

Die Mediation wird meist dann eingesetzt, wenn nach Beendigung des Konflikts das Fortbestehen der Vertragsbeziehung zu erwarten ist, denn so können sich die Parteien versöhnen und eine für beide Seiten vorteilhafte Einigung erzielen.  

Der Mediator ist hierbei eine Person mit Erfahrung in der Lösung von Konflikten, aber nicht unbedingt mit juristischem Hintergrund. Obwohl er nicht aufzeigt, wer Recht oder Unrecht hat, kann die Mediation bei der Lösung eines Konflikts sehr erfolgreich sein. Sie bietet die Möglichkeit eine realistische Einigung zu erzielen, welche auf den Interessen und Anliegen beider Streitpartner basiert.  

 Vorteile der Mediation: 

– Kosten- und zeiteffizient (in diesem Fall sogar schneller als ein Schiedsgerichtsverfahren) 

– Unverbindliches Verfahren (Parteien können sich jederzeit zurückziehen) 

– Flexibles Verfahren 

– Die Parteien haben die Kontrolle über den Prozess 

 

Nachteile der Mediation: 

– Mangel an formalen Verfahrensgarantien 

– Fehlende richterliche Autorität zur Unterstützung der Einigung 

– Eine Einigung wird möglicherweise nicht erzielt 

– Der Einsatz eines unqualifizierten Mediators kann kontraproduktiv sein 

 

Bei der Schlichtung schließlich gibt es einen Dritten, der oft eine Person mit Fachkenntnissen auf dem Gebiet des Konflikts ist und der die Parteien zu einer möglichen Lösung führt, indem er ein faires Ende anbietet. Obwohl Mediation und Schlichtung auf den ersten Blick dasselbe zu sein scheinen, besteht der Unterschied darin, dass der Mediator die Verhandlungen leitet. Somit ermöglicht er den Parteien ihre eigenen Vorschläge und Vereinbarungen vorbringen zu können, während der Schlichter in der Regel die Bestimmungen der Einigung selbst entwickelt und bereits vorgefertigt vorlegt. Es liegt dann im Ermessen der Parteien, den Vorschlag anzunehmen oder abzulehnen. 

Vorteile der Schlichtung: 

– Flexibilität 

– Kosten- und zeiteffizient (auch schneller als ein Schiedsgerichtsverfahren) 

– Unverbindliches Verfahren 

– Der Schlichter ist oft ein Experte auf dem Rechtsgebiet, in dem der Konflikt aufgetaucht ist 

 

Nachteile der Schlichtung: 

– Fehlende formale Verfahrensgarantien 

– Eine Einigung kann nicht erzielt werden 

– Keine verbindliche Entscheidung wie im Schiedsverfahren 

– Fehlende gerichtliche Autorität zur Unterstützung der Einigung

Teile diesen Artikel

Share on facebook
Share on linkedin
Share on twitter
Share on email

Sie möchten stets auf dem Laufenden bleiben? 

In unserem Newsletter informieren wir Sie stets über aktuelle Neuigkeiten, interne Erfolge und die innovativen Fortschritte in und um Legal Tech.

Weitere Artikel

Mit unserem Newsletter sind Sie stets auf dem aktuellsten Stand